Gedanke | Warten

Ich schaue nicht ständig auf Buspläne. Vor allem, wenn ich Zeit habe, gehe ich einfach hin. Irgendein Bus wird schon fahren. Großstadt-Luxus. Früher habe ich in Iserbrook gewohnt, damals Rand Hamburgs, heute Speckgürtel. Da fährt die Bahn alle 20 Minuten und man musste sich nach den Plänen richten. Dort war es wirklich ärgerlich, wenn mir die Bahn vor der Nase weg fuhr. An der ersten Wohnung in Winterhude kam die Bahn alle 5 Minuten. Bedeutet: Nie wieder zur Bahn hetzen! Und über alle lachen, die es trotzdem tun, weil sie dieses 20-Minuten-Ding bisher nie hatten. Ich ganz ruhig. Die nächste kommt ja gleich.
Man gewöhnt sich schneller dran, als man denkt. Jetzt ist mir also der Bus vor der Nase weggefahren. Und es ist schon spät. Er kommt nur noch alle … 20 Minuten! Puh. Sitze ich also da, im Dunkel der Parkallee und warte. Und merke auf einmal, wie die ganze Anspannung, dieses gehetzte Leben aus meinen Gliedern weicht. Entspannung, denn ich kann ja eh nichts machen, außer warten. Vielleicht ziehe ich bald wieder nach Iserbrook.